Wetterstationen sollen das Wetter messen und natürlich auch jedes Wetter aushalten. Das kann in den sonst relativ kurzen Wetterstationstests nicht genau geprüft werden. Bei der Ventus W 155 lief das aber anders ab, denn diese Station musste gut zehn Monate alle Jahreszeiten aushalten und die große Frage ist natürlich, wie hat sie sich in dem knappen Jahr gemacht hat. Und vor allem: Wie sieht sie danach aus?
Die W 155 ist schnell aufgebaut, da sie nur aus drei Teilen besteht. Zum einen gibt es die Basisstation, die im Haus aufgestellt wird. Dann gibt es einen kombinierten Wind-, Temperatur- und Luftfeuchtemesser. Als drittes muss noch der Regenmesser installiert werden. In der mitgelieferten Anleitung ist ausführlich beschrieben, wie die beiden Sensoreinheiten aufgebaut werden müssen. Bei der Kalibrierung des Windmessers hilft der fest montierte Kompass auf der Windfahne. Bei jedem Batteriewechsel muss die Richtung neu vorgegeben werden.
Das Display der W 155 ist ein Inversdisplay, das aber mit Hilfe des mitgelieferten Netzteils mit einer blauen und ständigen Hintergrundbeleuchtung betrieben werden kann. Wenn man das Netzteil nicht anschließt, arbeitet die Basisstation mit drei AA-Batterien, die allerdings nicht mitgeliefert werden. Im Batteriebetrieb fehlt die ständige Beleuchtung und das Display ist eher schlecht lesbar, vor allem wenn das Umgebungslicht schwach ist. Mit einem Druck auf die große Taste an der Oberseite des Geräts schaltet sich die Beleuchtung aber für zehn Sekunden ein. Auch im Batteriebetrieb kann die Station problemlos monatelang betrieben werden, ohne dass die Batterien schlapp machen.
Auf dem 10,4 cm mal 7,0 cm großen Display befindet sich oben links eine einfache Wettervorhersage, die aufgrund der Luftdruckschwankungen bestimmt wird. Dabei wird aber nicht zwischen Niederschlagsarten unterschieden, sondern immer Regen ausgegeben. Wenn der Luftdruck sehr stark fällt, wird Sturm prognostiziert. Dies wird mit Blitzen an Wolken ausgegeben wird, was etwas irritierend wirkt und eher mit Gewitter in Verbindung gebracht wird.
In der gleichen Ecke des Displays wird ebenfalls die Luftdrucktendenz mit einem kleinen Pfeil angezeigt und außerdem der aktuelle Luftdruckwert dargestellt. In einem kleinen Balkendiagramm kann man außerdem noch einen etwas genaueren Eindruck von der Entwicklung des Luftdrucks der letzten sechs Stunden bekommen.
Oben rechts sind die Temperaturen und Luftfeuchten untergebracht, die wahlweise auf einen Kanal (z. B. Außenwerte) oder rotierend (z. B. Wechsel zwischen Innen- und Außenwerten) eingestellt sein können. Außerdem kann zu der Temperatur und Luftfeuchte des jeweiligen Sensors direkt unter den Werten der Taupunkt oder der Hitzeindex angezeigt werden. Der Hitzeindex wird allerdings nur bei hohen Temperaturen ausgegeben.
Unter dem Temperatur- und Luftfeuchtebereich befindet sich auf dem Display die Uhr- und Datumsanzeige. Die Uhrzeit wird dabei über ein Langwellensignal synchronisiert und ist somit eine Funkuhr. Es kann in der Anzeige zwischen Uhrzeit, Datum oder Wochentag gewählt werden.
Der untere linke Bereich des Displays ist für den Wind und die damit verbundene Windchilltemperatur reserviert. Neben der stärksten Böe der letzten zehn Minuten, kann auch alternativ die gemittelte Geschwindigkeit der letzten zwei Minuten angezeigt werden. Als Einheiten kann man neben den üblichen m/s, kn oder km/h auch Beaufort wählen (miles per hour sind auch wählbar). Die Windchilltemperatur wird in ganzen Graden angezeigt. Unten in der Mitte ist die aktuelle Windrichtung in einer Windrose zu sehen. Dabei wird in 16 Windrichtungen unterschieden. Neben der Windchilltemperatur wird im Falle einer Lufttemperatur von 4 Grad Celsius oder weniger ein Frostwarnsymbol sichtbar.
Rechts unten wird die Regenmenge ausgegeben, wobei zwischen der täglichen, wöchentlichen, monatlichen oder der gesamten Menge gewählt werden kann. Auch hier unterstützt ein Balkendiagramm mit dem Verlauf die letzten sechs Zeitabschnitte den Besitzer der Station beim Ablesen der Regenmenge.
Für die Messung des Windes, der Außentemperatur und der Außenluftfeuchte kommt ein kombinierter Sensor zum Einsatz. Allerdings ist es fragwürdig, dass der Hersteller sich entschieden hat den Windsensor mit dem Thermo-Hygro-Sensor zu vereinen. Vor allem im Sommer fiel auf, dass die Temperatur und die Luftfeuchte durch Sonneneinstrahlung extrem verfälscht wurden. Nach einer WMO-Richtlinie müsste die Temperatur und Luftfeuchte gegen direkte Sonneneinstrahlung geschützt in zwei Metern Höhe, der Wind aber in zehn Metern Höhe ungestört gemessen werden. Der Hersteller gibt in der Anleitung als Tipp: „Sie müssen für den Windmesser einen geeigneten Standort auswählen: Dieser muss draußen sein. Frei und nicht blockiert, damit der Sensor frei rotieren kann.“ Der Hersteller legt bei dieser Station also mehr Wert auf die Messung des Windes und der Regenmenge als auf die Temperatur- und Luftfeuchtemessung, was auch schon auf der Verpackung auffällt: „Weather Station – Wind & Rain“. Allerdings gehört vor allem die Temperatur, meiner Meinung nach, zu einem der interessantesten Parameter, die den Besitzer einer kleinen Wetterstation interessiert.
Positiv fällt dennoch auf, dass die Genauigkeit des Temperatursensors, wenn keine direkte Sonneneinstrahlung auf den Sensor fällt, mit einer durchschnittlichen Abweichung von lediglich 0,2 Grad Celsius sehr gering ist. Bei der Luftfeuchtigkeit ist die Abweichung je nach Feuchtebereich sehr unterschiedlich. Im Mittel kommt es aber zu einer Abweichung von 4 %-Punkten. Die Windgeschwindigkeit wurde ebenfalls mit der Referenzstation (Vantage Pro 2) verglichen. Dabei wurde eine niedrigere Windgeschwindigkeit bei der W 155 festgestellt, was aber auch mit dem Übertragungsintervall in Verbindung steht.
Die W 155 überträgt die Windgeschwindigkeit mit der Temperatur und Luftfeuchte etwa alle 30 Sekunden, was aber reduziert wird, wenn sich die Temperatur nicht verändert. Dann sendet der Sensor nur alle fünf Minuten ein Signal. Die Regenmenge wird bei auftretendem Niederschlag alle 35 Sekunden übertragen.
Die Regenmengenmessung hat eine Auflösung von 0,2 bis 0,5 mm pro Wippbewegung.
Die W 155 von Ventus kann auch als Wecker genutzt werden, welcher auch eine „Snozze“-Funktion besitzt. Zudem kann die Station bei Überschreitung bzw. Unterschreitung der Windgeschwindigkeit bzw. des Windchills sogenannte Windalarme ausgeben. Das Display warnt auch mit einer Anzeige bei schwachen Batterien der einzelnen Sensoren und der Basisstation.
Verhältnismäßig gute
Übertragungsqualität
Der Hersteller macht zur Reichweite der Sensoren keine Angaben
(zumindest im deutschsprachigen Teil), was sicher auch ganz schlau ist,
da dies von Standort zu Standort unterschiedlich ist (im englischen
Bereich wird für den Kombisensor eine Reichweite bis 100 m und
für den Regenmesser bis 30 m angegeben). In der Anleitung
heißt es nur: „Experimentieren Sie mit der
Reichweite.“ Keine Angaben heißt jetzt aber nicht
automatisch, dass die Übertragung schlecht ist. Denn im
Vergleich zu anderen Wetterstationen aus dieser Preisklasse zeigte die
Wetterstation eine erstaunlich zuverlässige
Übertragung selbst bei größeren
Entfernungen und mehreren Hindernissen zwischen Sensor und
Basisstation.
Recht energiesparsam
Die Station konnte im Langzeittest problemlos alle Jahreszeiten mit
einem Batteriesatz bestehen und zeigte auch am Ende der langen
Testreihe noch keine Schwächen.
Keine Ausfälle
Zuverlässig arbeiteten alle Sensoren vom Winter bis in den
Herbst ohne auszufallen. Bis auf eine Reinigung des Regenmessers, die
zwar ohne Schrauben lösen, aber dennoch nicht ganz einfach
durchzuführen war, fielen keine Wartungsarbeiten an. Somit ist
die Station recht pflegeleicht.
Wind-Thermo-Hygro-Sensor angeblich nicht wetterfest
Der Regensensor wird in der Anleitung als wetterfest beschrieben, der
Kombisensor für die Wind-, Temperatur- und Luftfeuchtemessung
aber ausdrücklich nicht. Dort heißt es in der
Anleitung: „Der/die Außensensor/en ist/sind zwar
spritzwassergeschützt, jedoch nicht wasserdicht. Er darf weder
starkem Regen ausgesetzt, noch Wasser ausgesetzt werden. Eine Ausnahme
ist der Regenmesser, dieser sollte im Regenbereich stehen.“
Außerdem sollte der Kombisensor nicht extremen
Temperaturbelastungen von mehr als 60 Grad Celsius bzw. weniger als -20 Grad Celsius ausgesetzt sein. Da ein Windmesser nicht frei und
ungestört installiert sein kann, ohne auch Regen ausgesetzt zu
sein, der durchaus mal stärker ist, wurde der Windmesser
ebenfalls im Regenbereich installiert. Was dann wiederum für
die Station spricht ist, dass der Sensor auch die stärksten
Gewittergüsse ohne Schaden zu nehmen überlebt hat. Zwar waren die Funktionen des Sensors nicht eingeschränkt, aber sämtliche Schrauben und Muttern waren verrostet. Ventus sollte auch bei dieser Station in nicht rostende Bauteile investieren.
Display ohne Hintergrundbeleuchtung schlecht lesbar
Wenn man das Netzteil nicht an die Basisstation anschließt,
um beispielsweise Strom zu sparen, ist das Display nur bei sehr guten
Helligkeitsbedingungen leicht ablesbar. Mit der ständigen
Hintergrundbeleuchtung ist die die Anzeige aber gut lesbar.
Keine Batterien im Lieferumfang
Bei der Station werden sieben AA-Batterien für die
Inbetriebnahme benötigt, die vom Hersteller nicht mitgeliefert
werden.
Rasch und Günstig liefert die Ventus W 155 zu Ihnen. 14 Tage Umtauschrecht!
Funk mit 434 MHz
Windgeschwindigkeit
Windrichtung
Regenmenge
Außentemperatur
Außenluftfeuchtigkeit
Innentemperatur
Innenluftfeuchtigkeit
Luftdruck
Es können insgesamt drei Außensensoren für Temperatur und Luftfeuchte installiert werden.
Hintergrundbeleuchtung: ja
PC-Anschluss: nein
Nach zehn Monaten im Test zeigen sich an allen Schrauben und Muttern Rostspuren:
Im Kompass, der für die Kalibrierung hilfreich ist, befindet sich nach dem Test Wasser:
Die Reinigung des Regenmessers ist zwar ohne Werkzeug möglich, aber etwas kniffelig:
Ist der Regenmesser geöffnet, kann der Batteriewechsel des Regenmessers schnell durchgeführt werden:
Der Windmesser ist mit der Temperatur- und Feuchtemessung kombiniert: